Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung / Chronische Pankreatitis |
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Normales Pankreas: links: Computer-Tomographie-Bild mit unauffälliger Darstellung der Oberbauchorgane; rechts: schematische Darstellung | ||
Was ist die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung? Ein Hauptsymptom der chronischen Pankreatitis sind starke Oberbauch-schmerzen, die oft gürtelförmig sind und in den Rücken ausstrahlen können. Wahrscheinlich haben sie ihren Ursprung in Veränderungen des Nerven-gewebes in der Bauchspeicheldrüse und in einer Abflussbehinderung aus den Bauchspeicheldrüsengängen. Dabei entsteht ein immer höher werdender Druck in dem Organ. Auch durch Behinderung der Nahrungspassage im Magen und Darm oder massive Blähungen können Schmerzen auftreten. Diese Schmerzen können häufig auch durch stärkste Schmerzmittel nicht mehr beseitigt werden. |
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Hauptgang des Pankreas. ERCP-Bilder, die verschiedene Schweregrade der chronischen Pankreatitis zeigen - von oben nach unten in zunehmenden Schweregrad. | |
Was sind die Ursachen der chronischen Pankreatitis? Neben dieser häufigsten gibt es weitere wichtige Ursachen für die chronische Pankreatitis: chronische Gallensteinleiden, Gendefekte, besondere Anlagen der Bauchspeicheldrüsengänge (Pankreas divisum), Medikamente und Stoffwechselstörungen. Manchmal findet man auch keine Ursache. |
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Was sind die häufigsten Krankheitszeichen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung? - Schmerzen - Blähung, Völlegefühl - Durchfall; - Gewichtsverlust; - Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) |
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Bildliche Darstellungen der chronischen Pankreatitis | ||
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Oben: Das Bild der Computertomographie bzw. die Skizze zeigen einen deutlich erweiterten Pankreasgang im Körper der Bauchspeicheldrüse, mit Verkalkungen. | ||
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Oben: Das Bilder der Computertomographie bzw. die Skizze hier zeigen das Pankreas mit einer zystischen Raumforderung im Pankreasschwanz. | ||
Behandlung der chronischen
Bauchspeicheldrüsenentzündung Führen diese beiden Maßnahmen nicht zur erwünschten Schmerzlinderung werden Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Kann damit keine genügende Schmerzlinderung erreicht werden, muss eine Operation erwogen werden. Zeigt sich durch Fettauflagerungen auf dem Stuhl und/oder Durchfälle, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Verdauungsenzyme produziert, müssen diese durch regelmäßige Einnahme von entsprechenden Medikamenten (z.B. Kreon) ersetzt werden. Das lässt sich auch durch Bestimmung eines in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Enzyms, der Elastase, im Stuhl bestätigen. Je nach dem Fettgehalt der Mahlzeit müssen mehr oder weniger Kapseln, die die entsprechenden Enzyme enthalten, mit dem Essen eingenommen werden. Oft muss, damit die Enzyme ihre Wirkung entfalten können, die Säureproduktion im Magen durch sogenannte Säureblocker gehemmt werden. Schließlich ist auf eine genügende Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) zu achten. In schweren Fällen müssen diese durch Spritzen in die Muskulatur gegeben werden. Diese Notwendigkeit lässt sich durch Vitaminspiegelmessungen im Blut untersuchen. Wenn die Glukose im Blut ansteigen sollte, ist dies ein Zeichen dafür, dass zu wenig Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Selten kann durch eine Diät erreicht werden, dass sich der Blutzuckerspiegel normalisiert. In der Regel braucht der Patient eine Einstellung des Blutzuckers durch regelmäßige Verabreichung von Insulin. |
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Oben: Verkalkung (Pfeil) bei chronischer Pankreatitis. | ||
Wann ist eine Operation notwendig? Manchmal kann es auch zur Ausbildung von sogenannten "Pseudozysten" (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der durch die Entzündung entsteht) kommen. Das mit Pankreassekret gefüllte Gebilde liegt in oder am Pankreas. Oft verschwinden Pankreaspseudozysten von selbst wieder ohne jede Behandlung. Allerdings werden sie gelegentlich immer größer und führen so zu lokalen Problemen. Die beste Therapie ist dann die chirurgische Beseitigung oder die Drainage. (Mehr dazu finden Sie auf der Seite "Akute Pankreatitis). Der beste Operationszeitpunkt muss mit einem erfahrenen Bauchspeicheldrüsenchirurgen diskutiert werden. Durch eine frühzeitige operative Entfernung des Entzündungsherdes kann eine Erhaltung der Bauchspeicheldrüsenfunktionen (Verdauung, Blutzuckerkontrolle) angestrebt werden. |
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Was geschieht während der Operation? Oft ist die Bauchspeicheldrüse schon so entzündlich verändert, dass diese Verfahren nur kurzzeitig die Situation verbessern. Wenn erneut Schmerzen auftreten, ist eine Entfernung (Resektion) des geschädigten Anteils der Bauchspeicheldrüse meist die Therapie der Wahl. Da die Entzündung fast immer im Pankreaskopf am ausgeprägtesten ist, wird dieser dann entfernt. Heute wird versucht diese Operationen so schonend wie möglich durchzuführen. Das heißt, dass nur das am stärksten geschädigte Bauchspeicheldrüsengewebe reseziert wird. Die umliegenden Organe, wie der Zwölffingerdarm (Duodenum), die Gallenwege und der Magen werden geschont und nicht entfernt. In besonderen Fällen kann es nötig sein auch diese Organe zu beseitigen. Sollte der Entzündungsherd vor allem im Bauchspeicheldrüsenschwanz lokalisiert sein, wird dieser, möglichst unter Schonung der nahe liegenden Milz, entfernt. Nach Resektion des kranken Bauchspeicheldrüsengewebes wird ein Stück Dünndarm so auf den Rest der Drüse genäht, dass die Verdauungssäfte ungehindert abfließen können. Diese Operationen an der Bauchspeicheldrüsen sind sehr anspruchsvoll und technisch schwierig. Sie sollten nur an spezialisierten großen Zentren von entsprechend geschulten Chirurgen durchgeführt werden. |
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